Willkommen zu meiner Ausstellung „To See the Beat. To Hear a Moment.“ im MOMEM!
Diese beiden Sätze entstanden, als eine Journalistin einen neuen Pressetext über mich schrieb. Für mich bringt er wunderbar auf den Punkt, wie eng Fotografie und Musik in meiner Arbeit miteinander verbunden sind.
Seit über 30 Jahren fotografiere ich Musiker*innen aus ganz unterschiedlichen musikalischen Welten. Hier im MOMEM zeige ich einen kleinen Ausschnitt aus meinem umfangreichen Archiv als Fotografin: Porträts, Begegnungen, Erinnerungsstücke und Geschichten aus der elektronischen Musik und Clubkultur. Dieser Bereich ist mir besonders nah, weil ich selbst als DJ, Veranstalterin und Musikproduzentin Teil davon bin.
Auf dieser Seite begleite ich euch durch die Ausstellung und erzähle euch etwas über die einzelnen Stationen im Raum, so das ihr sie während eures Rundgangs lesen könnt.
Schön, dass ihr da seid. Nehmt euch Zeit und schaut euch um! Rave On, Katja

#katjaruge #momem #toseethebeattohearamoment

Übersicht Ausstellung MOMEM

1 – Polaroids – rechts am Eingang
Im Schaukasten seht ihr Original-Polaroids aus Porträtsessions und Clubs. Auf dem Screen läuft eine Auswahl mit Info`s zu den Aufnahmen.
2 – Fotografische Fundstücke – zweiter Schaukasten
Alte Prints, meine Kameras und kleinformatige Motive aus meiner Ausstellung „Kann denn Liebe Synthie sein?“ geben Einblicke in meine fotografische Arbeit.
3 – Memorabilia – dritter Schaukasten
Tickets, Flyer und persönliche Erinnerungsstücke aus dem Fotolabor, von Veranstaltungen und aus dem Nachtleben erzählen von Begegnungen und gemeinsamen Geschichten.
4 – Electric Lights × Ladyflash – Frauen in der Musik
Zwei fortlaufende Porträtserien als Prints treffen aufeinander: Lady Flash widmete sich Musikerinnen unterschiedlicher Genres, darunter aber bereits viele Frauen aus der elektronischen Musik. Electric Lights zeigt neuere Porträts von Frauen in der elektronischen Musik und ist mit meiner gleichnamigen Veranstaltungsreihe in Planetarien verbunden.
5 – Golden Pudel Club – zwei Screens hinten rechts
Fotografien aus dem Hamburger Golden Pudel Club erzählen von einem besonderen Ort und den Menschen, die ihn prägen.
6 – Rave- und Clubkultur – Screen hinten links neben dem Pudel Club Poster
Von Festivals in England bis zu Partys in Hamburg: Diese Bildsequenz versammelt Momente aus unterschiedlichen Zeiten und Orten der Rave- und Clubkultur.
7 – Duos und Männer in der elektronischen Musik – großer Screen
Eine Auswahl meiner Porträts von Musikern und Duos aus der elektronischen Musik.
8 – Schwarz-Weiß-Fotografien – an der Wand links
Fotografische analoge Arbeiten aus den 1990er-Jahren bis in die frühen 2000er.
9 – Warp Records – Screen
Meine Fotografien aus dem musikalischen Kosmos von Warp Records.
10 – Frauen in der elektronischen Musik – großer Screen
Porträts aus Electric Lights und Lady Flash begegnen weiteren Fotografien von Musikerinnen. Die Auswahl verbindet unterschiedliche Schaffensphasen und elektronische musikalische Welten.

1 Polaroids Schaukasten und Screen
Diese Polaroids sind bei Porträt Sessions und in Clubs entstanden. Ich liebe das Medium für seine besondere Textur und Energie. Im Schaukasten seht ihr die Originale, auf dem Screen eine Auswahl mit Infos zu den Aufnahmen.

2 – Fotografische Fundstücke – zweiter Schaukasten
Kameras, Prints und persönliche Fundstücke.
Hier findet ihr meine Lieblingskameras neben alten Barytprints von Goldie, Autechre und Dave Stewart. Die Abzüge habe ich in den 1990ern selbst hergestellt, in meinem eigenen kleinen Fotolabor in der Küche.
Die Nikon FE2 hat für mich eine besondere Bedeutung: Ich habe sie von meinem ersten selbst verdienten Geld gekauft und mit ihr viele meiner Schwarz-Weiß-Fotografien der 1990er- und frühen 2000er-Jahre aufgenommen.
Auch mein Buch „Fotoreportage 23 – In Search of Ian Curtis“ liegt hier. Es erschien Ende 2007 und verbindet Orte, die man als Joy-Division-Fan besucht haben sollte, mit Porträts von Musikerinnen und Wegbegleiterinnen von Ian Curtis und Joy Division. Ihr könnt es auch im Museumsshop kaufen.
Das Foto der Toilette des Golden Pudel Clubs entstand 2016. Dieses ikonische Motiv gehört zu meinen meistverkauften Bildern. Das Bild wurde sogar kürzlich in einem „Tatort“ thematisiert und hing in einer Szene.
Die kleinen Synthesizer-Motive gehören zu meiner Serie „Kann denn Liebe Synthie sein?“, die ursprünglich für die Groove entstand. Nach dem Fotografieren haben wir die freigestellten IMaschinen mit unterschiedlichen Hintergründen kombiniert: von meinem Lieblings Frühstücksbrett bis zu Geschenkpapier. Beim 808-Motiv ist eine Arbeit von Anja Huwe von Xmal Deutschland zu sehen, die sie mir dafür zur Verfügung gestellt hat.

3 -Memorabilia - dritter Schaukasten
Tickets, Flyer, persönliche Erinnerungsstücke und Fundstücke aus dem Fotolabor erzählen von Momenten meiner Arbeit und den Menschen und Orten, die damit verbunden sind. Vom Projekt „Blinkenlights“ des Chaos Computer Clubs bis zu I Love Techno treffen hier ganz unterschiedliche Geschichten aufeinander. Vielleicht entdeckt ihr etwas, das auch bei euch Erinnerungen weckt. An eine Nacht, eine Veranstaltung oder einen Moment, den wir sogar gemeinsam erlebt haben.

4 - Electric Lights × Ladyflash Wand Prints
Zwei fortlaufende Porträtserien treffen aufeinander. Ladyflash war 2016 eine große Ausstellung auf dem Reeperbahn Festival mit über 100 Porträts von Musikerinnen aller Genres, darunter aber schon viele Frauen aus der elektronischen Musik. Für diese Ausstellung hier habe ich einige Motive ausgewählt, darunter z.b. Nina Kraviz aus 2011.
Mit Electric Lights begann ich 2018 mit Amelie Lens, damals noch Newcomerin. Die Serie widmet sich Frauen in der elektronischen Musik und ist mit meiner gleichnamigen Veranstaltungsreihe in den Planetarien in Hamburg und Berlin verbunden. Zuletzt habe ich DJ Minx in Hamburg porträtiert. Dazwischen ist viel passiert. Für mich sind das besondere Begegnungen, weil ich die Künstlerinnen und ihre Arbeit unglaublich schätze.
Jahreszahlen und Aufnahmeorte findet ihr in der begleitenden Übersicht.

5 - Golden Pudel Club - zwei Screens hinten rechts
Der Golden Pudel Club in Hamburg war für mich immer mehr mein Wohnzimmer als Club. Klein, gemütlich und ein Ort, an dem ich unfassbar tolle DJ Sets und Liveauftritte erlebt habe. Meistens sonntags bei MFOC, initiiert vom Booker Ralf Köster und Superdefekt, Tim Lorenz.
Wenn andere zu Hause „Tatort“ geschaut haben, habe ich mir dort die Synapsen neu vertreben lassen. Oft kannte ich die Künstler*innen vorher nicht und habe so ständig neue Musik entdeckt.
Bei meiner Fotografie im Golden Pudel Club habe ich mich immer auf die Artists konzentriert. Ich fand es schon immer etwas übergriffig, auf dem Dancefloor einfach Leute abzufotografieren. Dafür war der Club zu klein und zu intim. Heute ist das Fotografieren dort komplett verboten.
Hier seht ihr viele besondere Momente aus unterschiedlichen Phasen des Clubs. Von FJAAK über die Detroiter Größe DJ Stingray bis zu Helena Hauff, die dort mit dem Auflegen angefangen hat. Auf dem einen oder anderen Bild könnt ihr auch mich im Backstage entdecken. Die Infos zu den Aufnahmen findet ihr direkt an den Screens.
Für mich ist der Club eine große Familie, die weit über den Club hinausgeht. Besonders erwähnen möchte ich auch Alex Solman, dessen Flyer auf einigen Bildern zu sehen sind.

6 - Rave und Clubkultur - Screen links neben dem Poster des Golden Pudel Clubs
Vom Tribal Gathering 1997 in England über das Melt Festival und MySpace Partys bis zu den ersten DIY Partys von Solomun: Hier seht ihr einen Querschnitt durch Nächte und Festivals, die mich begleitet haben und die ich auch für Magazine fotografiert habe. Unterschiedliche Zeiten und Orte, viele besondere Momente und noch einiges mehr.

7 - Duo`s und Porträts von Musikern - großer Screen
Hier seht ihr eine Auswahl meiner Porträts von Musikern und Duos aus unterschiedlichen Genres der elektronischen Musik. Die Bilder reichen von Tony Wilson, den ich 1991 bei Factory Records in Manchester fotografiert habe, bis zu Âme, mit denen ich mehrere Fotosessions gemacht habe. Dazu kommen Orbital, Underworld uvm. und eine frühe Session mit Laurent Garnier, der insgesamt viermal vor meiner Kamera stand. Viele unterschiedliche Begegnungen mit Künstlern, die elektronische Musik mitgeprägt haben.

8 - Fotografien in Schwarz/Weiß - an der Wand links
Hier seht ihr analoge Vintage Barytabzüge aus den frühen Neunzigern bis in die frühen Zweitausender. Für mich sind diese Motive echte Schätze. Ich habe sie so printen lassen, das der Rand des Negativs sichtbar bleibt.
Björk habe ich 1993 auf einem Grasstreifen nahe dem Hafen auf St. Pauli fotografiert. Ich war schon durch die Sugarcubes ein großer Fan von ihr, deshalb war es eine besondere Ehre, sie zu treffen. Danach sind wir zusammen indisch essen gegangen, und es gibt sogar noch Bilder von ihr mit dem Koch. Jahre später hat sie bei einer Session mit anderen Fotografen gefragt, ob ich auch noch komme. Unsere Begegnung war ihr offenbar sehr in Erinnerung geblieben.
Das Bild von Scooter habe ich 1994 in der Mittagspause am Elbstrand fotografiert. „Hyper Hyper“ ging gerade durch die Decke, und die Band brauchte ganz schnell Bilder, weil es noch gar keine Fotos von ihnen gab.
Bei den Beastie Boys vor der Hamburger Markthalle waren wir alle doll krank. Ich hatte mich mit einem grippalen Infekt zur Session geschleppt und weiß noch, dass wir danach zusammen alle Paracetamol genommen haben.
Für die Session mit Peaches hatte ich einen Freund gebeten, mit seinem Ford Mustang vorbeizukommen. Ich konnte mir das Auto einfach gut als Motiv für sie vorstellen. Als ich sie Jahre später wiedertraf, erzählte sie mir, dass sie ihre „Def Leppard Penis Hose“ noch immer hat und dass sie ein großer Schatz für sie ist. Auch an unsere Session erinnerte sie sich noch sehr gut. Später hat sie mich bei einer Ausstellung in Berlin besucht, und es gibt ein Foto von uns zusammen vor dem Bild. Ich freue mich sehr, wenn diese frühen Begegnungen auch für die Künstler*innen so besonders bleiben.

8 - Fotografien in Schwarz/Weiß - an der Wand links
Hier seht ihr analoge Vintage Barytabzüge aus den frühen Neunzigern bis in die frühen Zweitausender. Für mich sind diese Motive echte Schätze. Ich habe sie so printen lassen, das der Rand des Negativs sichtbar bleibt.
Björk habe ich 1993 auf einem Grasstreifen nahe dem Hafen auf St. Pauli fotografiert. Ich war schon durch die Sugarcubes ein großer Fan von ihr, deshalb war es eine besondere Ehre, sie zu treffen. Danach sind wir zusammen indisch essen gegangen, und es gibt sogar noch Bilder von ihr mit dem Koch. Jahre später hat sie bei einer Session mit anderen Fotografen gefragt, ob ich auch noch komme. Unsere Begegnung war ihr offenbar sehr in Erinnerung geblieben.
Das Bild von Scooter habe ich 1994 in der Mittagspause am Elbstrand fotografiert. „Hyper Hyper“ ging gerade durch die Decke, und die Band brauchte ganz schnell Bilder, weil es noch gar keine Fotos von ihnen gab.
Bei den Beastie Boys vor der Hamburger Markthalle waren wir alle doll krank. Ich hatte mich mit einem grippalen Infekt zur Session geschleppt und weiß noch, dass wir danach zusammen alle Paracetamol genommen haben.
Für die Session mit Peaches hatte ich einen Freund gebeten, mit seinem Ford Mustang vorbeizukommen. Ich konnte mir das Auto einfach gut als Motiv für sie vorstellen. Als ich sie Jahre später wiedertraf, erzählte sie mir, dass sie ihre „Def Leppard Penis Hose“ noch immer hat und dass sie ein großer Schatz für sie ist. Auch an unsere Session erinnerte sie sich noch sehr gut. Später hat sie mich bei einer Ausstellung in Berlin besucht, und es gibt ein Foto von uns zusammen vor dem Bild. Ich freue mich sehr, wenn diese frühen Begegnungen auch für die Künstler*innen so besonders bleiben.

9 - Warp Records - Screen Mitte
Warp Records war für meine musikalische Ausrichtung wahrscheinlich das wichtigste und wegweisendste Label. Es war das erste, mit dem ich mich so intensiv beschäftigt und dessen Releases ich verfolgt habe. Später fand ich es besonders spannend, das sie auch Bands gesigned haben, die nicht aus der elektronischen Musik kamen. Das passte zu mir, weil ich auch fotografisch immer zwischen musikalischen Welten unterwegs war.
Besonders wichtig sind für mich meine beiden Sessions mit Aphex Twin in 1994 und 1996. Damals schon wichtig, heute eine Legende. Bei der ersten Session waren wir allein an der Alster unterwegs. Er war sehr verschlossen und wirkte etwas mürrisch, sehr cool. 1996 war er im Umgang mit der Presse schon viel erfahrener und offener. Wir haben hauptsächlich auf dem Spielbudenplatz auf St. Pauli/Hamburg in fotografiert, uns wahnsinnig gut verstanden und viel Spaß gehabt.
Autechre verehre ich ebenfalls sehr. Bei unserer Session Mitte der Neunziger haben sie mir etwas Wichtiges für meine Fotografie mitgegeben. Als ich sie dirigieren wollte, kam ganz klar: „No, we're not gonna do it.“ Seitdem habe ich viel bewusster darauf geachtet, ob eine Idee oder eine Anweisung wirklich zu meinem Gegenüber passt. Das war eine wichtige Erfahrung für meine Zusammenarbeit mit Künstler*innen.
LFO habe ich 2003 beim Tribal Gathering in Manchester fotografiert. LFO noch einmal live zu erleben, war für mich besonders, weil der gleichnamige Track so eng mit meiner Zeit in England verbunden ist. Ich habe damals beim Fotografen Peter J. Walsh in Manchester assistiert und den Track mit ihm zum ersten Mal in deren Studio in Leeds gehört. Das war eine musikalische Initialzündung für mich.
In dieser Zeit waren wir auch bei Warp Records in Sheffield, wo das Label damals sein Office hatte. All diese Begegnungen und Erinnerungen haben Warp für mich zu einem Label gemacht, das mich bis heute begleitet.

10 - Frauen in elektronischer Musik - großer Screen links
Hier habe ich die Motive aus Electric Lights x Ladyflash noch einmal auf dem großen Screen vereint. Wenn im MOMEM Clubnächte stattfinden, werden die physischen Prints zu ihrem Schutz weggeräumt. Auf dem Screen bleiben sie sichtbar, zusammen mit vielen weiteren Porträts spannender Künstlerinnen, die elektronische Musik mitgeprägt haben und bis heute prägen.
Diese Bilder waren zum großen Teil redaktionelle Aufträge für Magazine wie Missy Magazin, Groove, Intro oder den Spiegel. In den Neunzigern und Zweitausendern habe ich unglaublich viel für Magazine fotografiert. Solche Fotoaufträge gibt es heute kaum noch, weil viele Magazine nicht mehr existieren oder sie sich diese Aufträge nicht mehr leisten können.